Die Epigenetik ist ein Bereich der Genetik. Die Genetik befasst sich mit unserer Erbinformation, der DNA. Lange Zeit glaubte man, die Gene eines Lebewesens seien festgeschrieben. Das stimmt zwar, doch hat man herausgefunden, dass unter bestimmten Bedingungen Gene ein- und ausgeschaltet werden. Die Wissenschaft, die sich mit diesem Ein- und Ausschalten von Genen beschäftigt, nennt sich Epigenetik. Während ein Embryo im Mutterleib heranwächst, werden die meisten der elterlichen Marker entfernt und neue Marker angebracht. Ob ein Gen epigenetisch markiert und somit stumm geschaltet wird (was meist schlecht ist), hängt von verschiedenen Faktoren ab:
• Ernährung der Mutter
• Umwelt der Mutter
• Stress
• Arzneimitteleinnahme

Einige der epigenetischen Markierungen der Eltern und auch Großeltern bleiben dem Kind erhalten. Man konnte beobachten, dass Frauen, die während einer Hungerperiode der 40er Jahre schwanger wurden, besonders kleine Kinder zur Welt brachten. Das Besondere dabei: Diese Kinder bekamen ebenfalls kleine Kinder, obwohl sie nicht mehr hungerten. Durch die Epigenetik ist es also möglich, nicht nur die festgeschriebenen Gene, sondern auch erworbene Eigenschaften an die nächste Generation weiter zu geben. Es scheint besonders wichtig zu sein, dass der Embryo während der frühen Schwangerschaft eine „artgerechte“ Ernährung erhält, damit möglichst viele schädliche Gene stumm geschaltet werden können. Gute Quellen mit Einfluss auf die epigenetischen Marker sind z.B.:
• Folsäure (z.B. in grünem Blattgemüse)
• Vitamin B12 (in tierischen Lebensmitteln)
• Cholin (z.B. in Eiern oder Rindfleisch)
• Betain (z.B. in Spinat, Rote Bete oder Brokkoli)

Schon lange weiß man, dass bei bestehender Schwangerschaft eine ausreichend hohe Folsäure-Aufnahme wichtig ist, um zu verhindern, dass das Kind eventuell mit irreversiblen Schäden zur Welt kommt. Die Ernährung der Mutter hat also einen unmittelbaren Einfluss auf die Ausbildung der epigenetischen Markierungen im Erbgut des Kindes. Diese Markierungen bleiben dem Kind ein Leben lang enthalten und bestimmen, ob es zum Beispiel eine Neigung zu Übergewicht oder bestimmten Erkrankungen hat. Auch das Erbgut, des Vaters besitztepigenetische Marker, die zum Teil mit vererbt werden. Ist beispielsweise der Vater eines Kindes Raucher, hat dies ein erhöhtes Asthma-Risiko für das Kind zur Folge.

Auch wenn ein Kind ungünstige Gene und epigenetische Markierungen in sich trägt, bestimmen jedoch auch sein Verhalten, seine Umwelt und seine Ernährung ein Leben lang, ob es nun tatsächlich übergewichtig und krank wird oder nicht. Zudem kann es durch einen gesunden Lebensstil eventuell dazu beitragen, dass in den Genen seiner Nachkommen ungünstige Gene stummgeschaltet werden. 

Studien belegen, dass der überwiegende Teil der sogenannten „Zivilisationskrankheiten“
ihren Namen zu Recht trägt: Viele der chronischen Krankheiten, die uns heutzutage
quälen, sind hausgemacht. Sie gehen auf einen nicht mehr artgerechten Lebensstil
in einer nicht mehr artgerechten Umwelt zurück. Weder Demenz noch Krebs sind also
unabänderliche Schicksale. Vielmehr sind sie die Folge einer lang anhaltenden Störung
der Steuerung unseres Körpers in einer veränderten (unmenschlichen) Umwelt.

Für die „gesund + aktiv“ -Ernährungspläne wird neben der Genetik auch die Epigenetik berücksichtigt! Als genetisches Merkmal tritt die Blutgruppe auf. Die Ausprägungen der individuellen Epigenetik sind in der Vital- und Stoffwechselanalyse zu erkennen. Diese hat großen Einfluss auf die Entstehung eines jeden individuellen Ernährungsplans.