Die Blutegeltherapie gehört zu den sogenannten ausleitenden Heilverfahren und ist in der Medizin schon lange für ihre heilende Wirkung bekannt. Die moderne Biochemie hat eine Reihe von Wirksubstanzen und deren Wirkmechanismen im Blutegelspeichel aufgeklärt. Einer dieser Blutegel-Wirkstoffe, das Hirudin, ist ein weltweit anerkanntes Arzneimittel, das bei verschiedenen Blutgerinnungsstörungen Verwendung findet.

Pferde, aber auch andere Tiere wie Hunde, Katzen usw. lassen sich übrigens von Blutegeln nicht irritieren, wehren sich auch nicht gegen den Biss oder versuchen, den kleinen Wurm wieder los zu werden. Sie wissen einfach instinktiv um die Heilkraft.

DIE IM EGELSPEICHEL ENTHALTENEN ENZYME WIRKEN IN IHRER GESAMTHEIT

+ entzündungshemmend 

+ schmerzstillend

+ antibiotisch

+ gefäßerweiternd

+ gerinnungshemmend

DIE BLUTEGELTHERAPIE HAT SICH BESONDERS BEI FOLGENDEN ERKRANKUNGEN BEWÄHRT

  • Akute und chronische Schmerzen der Gelenke (Kniegelenksarthrose)
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Herpes Zoster
  • Nebenhöhlenentzündung
  • Phlebitis, Thrombophlebitis
  • Hypertonie
  • Tinnitus
  • Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen (Tennis-, Golf-Arm)
  • Akuter Gichtanfall
  • Furunkel, Karbunkel, Abszesse
  • Hämatome, Ödeme
  • Polycythaemia vera
  • sowie postoperativ nach Replantation abgetrennter Haut- und Körperteile zur Verbesserung der venösen Zirkulation

Wann darf eine Blutegeltherapie nicht durchgeführt werden (Kontraindikationen)?

  • Hämorrhagische Diathesen bzw. Hämophilie („Bluterkrankheit“), sowie Blutgerinnungsstörungen durch  Medikamente (z.B. Marcumar®, Falithrom®, Comadin®)  oder verminderten Blutplättchen  (Thrombozytopenie) u.a.
  • Hauterkrankungen an der Applikationsstelle
  • Akute Magen- oder Darmgeschwüre
  • Deutliche Blutarmut (Anämie, Hb unter 10 g/dl)
  • Erheblicher Immunschwäche (AIDS, Chemotherapie, etc.)
  • Schwere chronische Erkrankungen (Krebserkrankungen im fortgeschrittenen  Stadium,  langjährige
  • Dialyse bei Nierenerkrankungen, etc.
  • Fortgeschrittene periphere Gefäßerkrankungen (pAVK ab Stadium III)
  • Ausgeprägten Wundheilungsstörungen (z.B. bei schlecht eingestelltem Diabetes mellitus, erheblichem
  • Übergewicht, etc.
  • Bekannte Allergien gegen Blutegel-Inhaltsstoffe (Hirudin, Histamin, etc.)

Relative Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Bei Neigung zu überschießender Narbenbildung (Keloidbildung) keine Anwendung an gut sichtbaren Körperstellen
Aspirin® sollte 5-10 Tage vor einer Behandlung nach Rücksprache mit dem Arzt nicht eingenommen werden

Woher kommen die Blutegel?

Die zu medizinischen Zwecken vorgesehenen Egel fängt man nicht in irgendwelchen Flüssen oder Sümpfen. Spezielle Farmen sind auf Egelzucht spezialisiert. Auf Bestellung werden die hungrigen Tierchen per Express zugestellt. „Meine Zuchtfarm“ nimmt „gebrauchte“ Blutegel zurück und lässt sie „in Pension“ gehen.